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Baustoffe · Fachartikel

EN 12697 Asphaltprüfung

Kalibrierung von Asphaltprüfgeräten nach EN 12697 — Marshall, Gyratorverdichter, Spurrinne. Praxisleitfaden für Strassenbaulabore.

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Dossier · EN 12697 · Asphaltprüfung

EN 12697 Kalibrierung:
Asphaltprüfgeräte normkonform kalibrieren

Marshall-Prüfgeräte, Gyratoren, Spurrinnenprüfgeräte — die Normenreihe EN 12697 stellt klare Anforderungen an die Kalibrierung aller Asphaltprüfgeräte. Ein Leitfaden für Strassenbaulabore, Asphaltmischwerke und kantonale Tiefbauämter in der Schweiz.

Normenreihe
EN 12697 (50+ Teile)
Lesezeit
ca. 7 Minuten
Region
Schweiz · DACH
Autor
SP Calibration Suisse
Inhalt des Dossiers
  1. 01Die Normenreihe EN 12697 im Überblick
  2. 02Welche Geräte kalibriert werden müssen
  3. 03Marshall-Prüfgerät: Kalibrierung nach EN 12697-34
  4. 04Gyratorverdichter: Kalibrierung nach EN 12697-31
  5. 05Spurrinnenprüfgerät und weitere Geräte
  6. 06Kalibrierintervalle und Dokumentation
  7. 07Spezifika für Schweizer Strassenbaulabore
  8. 08FAQ — die häufigsten Fragen aus der Praxis

§ 01Die Normenreihe EN 12697 im Überblick

Die EN 12697 ist eine europäische Normenreihe mit über 50 Teilen, die alle wesentlichen Prüfverfahren für Asphalt und Bitumengemische regelt — von der Probenherstellung über Stabilitätsprüfungen bis hin zur Bestimmung von Ermüdungseigenschaften. In der Schweiz gelten diese Normen als SN-Normen und sind Grundlage für alle Qualitätsprüfungen im Strassenbau.

Für die Kalibrierung von Prüfgeräten sind vor allem jene Teile relevant, die Prüfverfahren mit quantitativen Messgrössen beschreiben. Jeder dieser Teile verweist auf die Geräteanforderungen und damit indirekt auf die Kalibrierungspflicht. Die wichtigsten Teile für Kalibrierfragen sind:

TeilPrüfverfahrenKalibrierungspflichtige Messgrösse
EN 12697-34Marshall-StabilitätstestKraft (kN), Weg (mm), Temperatur (°C)
EN 12697-31GyratorverdichterDruck (kPa), Höhe (mm), Winkel (°)
EN 12697-30Probenherstellung mit StampfverdichterKraft (kN), Fallhöhe (mm)
EN 12697-22Spurrinnenversuch (Wheel Tracking)Spurtiefe (mm), Temperatur (°C)
EN 12697-23SpaltzugfestigkeitKraft (kN), Weg (mm)
EN 12697-26Steifigkeit (IT-CY, 4PB)Kraft (kN), Weg (µm), Frequenz (Hz)
EN 12697-24ErmüdungsverhaltenKraft (kN), Dehnung (µm/m), Frequenz (Hz)

§ 02Welche Geräte kalibriert werden müssen

Nicht jedes Gerät im Asphaltlabor ist im messtechnischen Sinne kalibrierungspflichtig. Die Faustregel: Jedes Gerät, das eine Messgrösse erzeugt, die in ein Prüfprotokoll einfliesst, muss kalibriert sein. Rein geometrische Hilfsmittel (Probenformen, Lehren) werden periodisch dimensionell überprüft.

Marshall-Prüfgerät

EN 12697-34
  • Kraftmesseinrichtung (kN)
  • Wegmessung / Fliessen (mm)
  • Wasserbad-Temperatur (°C)

Gyratorverdichter

EN 12697-31
  • Gyrationsdruck (kPa)
  • Probenhöhe / Weg (mm)
  • Gyrationsdrehwinkel (°)

Spurrinnenprüfgerät

EN 12697-22
  • Spurtiefe (mm)
  • Prüftemperatur (°C)
  • Radlast (N)

Prüfpresse (Spaltzug, Steifigkeit)

EN 12697-23, -26
  • Kraft (kN)
  • Weg / Verformung (µm)
  • Frequenz (Hz)

Stampfverdichter

EN 12697-30
  • Stampfkraft (kN)
  • Fallhöhe (mm)

Waagen & Thermometer

OIML R 76 / EN 13485
  • Masse (g)
  • Temperatur (°C)
  • Dichte (g/cm³)

§ 03Marshall-Prüfgerät: Kalibrierung nach EN 12697-34

Der Marshall-Stabilitätstest ist das meistverbreitete Verfahren zur Qualitätskontrolle von Asphaltmischgut. Er bestimmt Stabilität (Maximalkraft in kN) und Fliessen (Verformung in mm) eines zylindrischen Probekörpers bei 60 °C Prüftemperatur. Die Genauigkeit der Ergebnisse hängt direkt von der Kalibrierung des Prüfgeräts ab.

Kalibrierprotokoll

Fünf Schritte zur normativen Marshall-Kalibrierung

  1. 1
    Kraftkalibrierung: Kalibrierung der Kraftmesseinrichtung nach EN ISO 7500-1, Klasse 1. Mindestens 5 Laststufen, 3 Messreihen, Auswertung von Anzeigefehler, Wiederholbarkeit und Umkehrspanne.
  2. 2
    Wegkalibrierung (Fliessen): Kalibrierung des Wegaufnehmers nach ISO 9513. Überprüfung der Linearität und Auflösung im Messbereich 0–20 mm.
  3. 3
    Temperaturkalibrierung: Kalibrierung des Wasserbad-Thermometers. Anforderung: ±1 °C Genauigkeit bei 60 °C. Rückführung auf METAS.
  4. 4
    Geometrieprüfung: Überprüfung der Marshall-Druckköpfe (Radius 50,8 mm ±0,1 mm) und der Probenform-Abmessungen.
  5. 5
    Dokumentation: Kalibrierschein mit allen Messwerten, Messunsicherheiten und Rückführungsnachweisen. Kalibriermarke an der Maschine.
Häufiger Fehler
Viele Labore kalibrieren nur die Kraftmessung, vernachlässigen aber die Wegmessung (Fliessen) und die Wasserbad-Temperatur. Dabei ist die Temperaturgenauigkeit entscheidend: Eine Abweichung von ±2 °C bei 60 °C kann die Stabilität um bis zu 10 % verfälschen.

§ 04Gyratorverdichter: Kalibrierung nach EN 12697-31

Der Gyratorverdichter ist das Standardgerät zur Herstellung von Asphaltprobekörpern für Laborversuche. Er verdichtet das Mischgut durch eine Kombination aus Druck und Gyrationsbewegung. Die Kalibrierung ist komplex, weil mehrere Messgrössen gleichzeitig überwacht werden müssen.

GyrationsdruckEN ISO 7500-1
Der vertikale Druck auf den Probekörper (typisch 600 kPa) muss auf ±10 kPa genau eingestellt und kalibriert sein.
ProbenhöheISO 9513
Die Höhe des Probekörpers wird kontinuierlich gemessen. Kalibrierung der Wegmessung auf ±0,1 mm Genauigkeit.
GyrationsdrehwinkelEN 12697-31 Anhang
Der Drehwinkel (1,16° ±0,02°) bestimmt die Verdichtungsenergie. Überprüfung mit Winkelmessgerät.
GyrationsdrehzahlEN 12697-31
30 Umdrehungen pro Minute ±0,5 rpm. Überprüfung mit Tachometer oder Stroboskop.

§ 05Spurrinnenprüfgerät und weitere Geräte

Der Spurrinnenversuch nach EN 12697-22 simuliert die Verformung einer Asphaltschicht unter Radlast bei erhöhter Temperatur. Das Prüfgerät besteht aus einem Rad, das über eine Asphaltplatte rollt, und einem Wegaufnehmer, der die Spurtiefe misst.

Spurrinnenprüfgerät (EN 12697-22)

  • Radlast: kalibriert nach EN ISO 7500-1
  • Spurtiefe: Wegmessung nach ISO 9513
  • Prüftemperatur: ±1 °C Genauigkeit
  • Radgeschwindigkeit: ±1 % Genauigkeit

Prüfpresse Spaltzug (EN 12697-23)

  • Kraftmessung nach EN ISO 7500-1 Kl. 1
  • Belastungsgeschwindigkeit: ±2 % Genauigkeit
  • Probengeometrie: dimensionelle Überprüfung

Waagen

  • Klasse nach OIML R 76 (meist Klasse II oder III)
  • Jährliche Kalibrierung mit OIML-Gewichten
  • Rückführung auf METAS

Temperaturmessgeräte

  • Kalibrierung nach EN 13485 oder ITS 90
  • Genauigkeit ±0,5 °C für Prüftemperaturen
  • Jährliche Kalibrierung empfohlen

§ 06Kalibrierintervalle und Dokumentation

Gerät / MessgrösseEmpfohlenes IntervallAngewandte Norm
Kraftmesseinrichtung (alle Geräte)12 MonateEN ISO 7500-1
Wegmessung / Extensometer12 MonateISO 9513
Gyratorverdichter (vollständig)12 MonateEN 12697-31
Temperaturmessgeräte12 MonateEN 13485 / ITS 90
Waagen (Klasse II/III)12–24 MonateOIML R 76
Nach Reparatur / StandortwechselSofortAlle relevanten Normen
Audit-Tipp
Bei ISO/IEC 17025-Audits wird für jedes Prüfgerät ein vollständiger Kalibriernachweis erwartet. Führen Sie eine Gerätekartei mit Kalibrierdatum, angewandter Norm, erreichter Klasse und nächstem Fälligkeitsdatum. SP Calibration liefert alle Kalibrierscheine in einem einheitlichen Format, das direkt in Ihre Gerätekartei übernommen werden kann.

§ 07Spezifika für Schweizer Strassenbaulabore

In der Schweiz gelten die EN 12697-Normen als SN-Normen (Schweizerische Normen). Die Strassenbauvorschriften des Bundes — insbesondere die VSS-Normen der Reihe SN 670 xxx — verweisen auf die EN 12697-Reihe für alle Prüfverfahren. Für Strassenbaulabore, die im Rahmen von ASTRA-Projekten (Bundesstrassen) oder kantonalen Strassenbauprojekten tätig sind, sind akkreditierte Prüfstellen nach ISO/IEC 17025 häufig Voraussetzung.

Die Rückführung der Messgrössen erfolgt über das Eidgenössische Institut für Metrologie METAS. SP Calibration kalibriert alle Asphaltprüfgeräte mit METAS-rückgeführten Referenzaufnehmern und stellt Kalibrierscheine aus, die von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS anerkannt werden.

Ein praktischer Vorteil: Da SP Calibration in Lütisburg SG ansässig ist und schweizweit tätig ist, können Kalibrierungen für mehrere Geräte in einem Termin durchgeführt werden — was Ausfallzeiten und Kosten minimiert.

§ 08 · Häufige Fragen aus der Praxis

Fragen, die Strassenbaulabore stellen.

Aus der täglichen Beratung von Asphaltlaboren in der Schweiz und im DACH-Raum.

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