Marshall-Prüfgeräte, Gyratoren, Spurrinnenprüfgeräte — die Normenreihe EN 12697 stellt klare Anforderungen an die Kalibrierung aller Asphaltprüfgeräte. Ein Leitfaden für Strassenbaulabore, Asphaltmischwerke und kantonale Tiefbauämter in der Schweiz.
Die EN 12697 ist eine europäische Normenreihe mit über 50 Teilen, die alle wesentlichen Prüfverfahren für Asphalt und Bitumengemische regelt — von der Probenherstellung über Stabilitätsprüfungen bis hin zur Bestimmung von Ermüdungseigenschaften. In der Schweiz gelten diese Normen als SN-Normen und sind Grundlage für alle Qualitätsprüfungen im Strassenbau.
Für die Kalibrierung von Prüfgeräten sind vor allem jene Teile relevant, die Prüfverfahren mit quantitativen Messgrössen beschreiben. Jeder dieser Teile verweist auf die Geräteanforderungen und damit indirekt auf die Kalibrierungspflicht. Die wichtigsten Teile für Kalibrierfragen sind:
| Teil | Prüfverfahren | Kalibrierungspflichtige Messgrösse |
|---|---|---|
| EN 12697-34 | Marshall-Stabilitätstest | Kraft (kN), Weg (mm), Temperatur (°C) |
| EN 12697-31 | Gyratorverdichter | Druck (kPa), Höhe (mm), Winkel (°) |
| EN 12697-30 | Probenherstellung mit Stampfverdichter | Kraft (kN), Fallhöhe (mm) |
| EN 12697-22 | Spurrinnenversuch (Wheel Tracking) | Spurtiefe (mm), Temperatur (°C) |
| EN 12697-23 | Spaltzugfestigkeit | Kraft (kN), Weg (mm) |
| EN 12697-26 | Steifigkeit (IT-CY, 4PB) | Kraft (kN), Weg (µm), Frequenz (Hz) |
| EN 12697-24 | Ermüdungsverhalten | Kraft (kN), Dehnung (µm/m), Frequenz (Hz) |
Nicht jedes Gerät im Asphaltlabor ist im messtechnischen Sinne kalibrierungspflichtig. Die Faustregel: Jedes Gerät, das eine Messgrösse erzeugt, die in ein Prüfprotokoll einfliesst, muss kalibriert sein. Rein geometrische Hilfsmittel (Probenformen, Lehren) werden periodisch dimensionell überprüft.
Der Marshall-Stabilitätstest ist das meistverbreitete Verfahren zur Qualitätskontrolle von Asphaltmischgut. Er bestimmt Stabilität (Maximalkraft in kN) und Fliessen (Verformung in mm) eines zylindrischen Probekörpers bei 60 °C Prüftemperatur. Die Genauigkeit der Ergebnisse hängt direkt von der Kalibrierung des Prüfgeräts ab.
Der Gyratorverdichter ist das Standardgerät zur Herstellung von Asphaltprobekörpern für Laborversuche. Er verdichtet das Mischgut durch eine Kombination aus Druck und Gyrationsbewegung. Die Kalibrierung ist komplex, weil mehrere Messgrössen gleichzeitig überwacht werden müssen.
Der Spurrinnenversuch nach EN 12697-22 simuliert die Verformung einer Asphaltschicht unter Radlast bei erhöhter Temperatur. Das Prüfgerät besteht aus einem Rad, das über eine Asphaltplatte rollt, und einem Wegaufnehmer, der die Spurtiefe misst.
| Gerät / Messgrösse | Empfohlenes Intervall | Angewandte Norm |
|---|---|---|
| Kraftmesseinrichtung (alle Geräte) | 12 Monate | EN ISO 7500-1 |
| Wegmessung / Extensometer | 12 Monate | ISO 9513 |
| Gyratorverdichter (vollständig) | 12 Monate | EN 12697-31 |
| Temperaturmessgeräte | 12 Monate | EN 13485 / ITS 90 |
| Waagen (Klasse II/III) | 12–24 Monate | OIML R 76 |
| Nach Reparatur / Standortwechsel | Sofort | Alle relevanten Normen |
In der Schweiz gelten die EN 12697-Normen als SN-Normen (Schweizerische Normen). Die Strassenbauvorschriften des Bundes — insbesondere die VSS-Normen der Reihe SN 670 xxx — verweisen auf die EN 12697-Reihe für alle Prüfverfahren. Für Strassenbaulabore, die im Rahmen von ASTRA-Projekten (Bundesstrassen) oder kantonalen Strassenbauprojekten tätig sind, sind akkreditierte Prüfstellen nach ISO/IEC 17025 häufig Voraussetzung.
Die Rückführung der Messgrössen erfolgt über das Eidgenössische Institut für Metrologie METAS. SP Calibration kalibriert alle Asphaltprüfgeräte mit METAS-rückgeführten Referenzaufnehmern und stellt Kalibrierscheine aus, die von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS anerkannt werden.
Ein praktischer Vorteil: Da SP Calibration in Lütisburg SG ansässig ist und schweizweit tätig ist, können Kalibrierungen für mehrere Geräte in einem Termin durchgeführt werden — was Ausfallzeiten und Kosten minimiert.
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