Kalibrierintervalle werden nicht pauschal vorgeschrieben — sie werden individuell festgelegt. Wie häufig ein Messgerät oder eine Prüfmaschine kalibriert werden muss, hängt von der Beanspruchung, den Einsatzbedingungen und dem Driftverhalten des Geräts ab.
Die normative Empfehlung: 12 Monate
12 Monate ist der Wert, den die meisten Qualitätsmanagementsysteme und Normen als Standard vorsehen. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann nicht mehr sicher davon ausgegangen werden, dass die Abweichung des Geräts innerhalb der zulässigen Toleranzen liegt — sie kann sich vergrössert haben, ohne dass es bemerkt wird.
6 Faktoren, die das Kalibrierintervall beeinflussen
Einsatzhäufigkeit
Ein Gerät, das täglich im Dreischichtbetrieb läuft, braucht häufigere Kalibrierung als eines, das einmal pro Woche benutzt wird.
Umgebungsbedingungen
Temperatur, Feuchtigkeit, Vibrationen und Staub beschleunigen die Alterung und Drift des Messgeräts.
Kritikalität der Messung
Wenn das Messergebnis direkt die Produktqualität oder Sicherheit beeinflusst, sind kürzere Intervalle notwendig.
Kalibrierhistorie
Zeigen vergangene Kalibrierungen eine stabile Abweichung, kann das Intervall verlängert werden. Nimmt die Abweichung zu, muss es verkürzt werden.
Normvorgaben
Manche Branchen — Pharma, Luftfahrt, Automotive — haben strengere Anforderungen mit eigenen branchenspezifischen Vorgaben.
Driftverhalten
Geräte mit bekannten systematischen Drifttrends benötigen kürzere oder vorausschauend optimierte Intervalle.
Wichtig: Die Verantwortung liegt beim Betreiber
Der Anwender ist verantwortlich für die Festlegung der Kalibrierintervalle. Akkreditierte Kalibrierstellen dürfen laut SAS-Richtlinien die Intervalle nicht vorgeben — die Verantwortung liegt beim Betreiber des Messgeräts. Wir beraten gerne, aber die Entscheidung und Dokumentation im QM-System müssen Sie selbst treffen.
Unsere Empfehlung
Starten Sie mit 12 Monaten. Nach 2–3 Kalibrierzyklen haben Sie genug Daten, um das Intervall risikobasiert anzupassen — kürzer, wenn die Drift zunimmt, länger, wenn das Gerät stabil bleibt.
Mit unserer Cloud-Plattform calnex.ch behalten Sie alle Kalibrierfristen automatisch im Blick — inklusive Erinnerungen, Driftanalyse und vollständiger Audit-Historie.
Häufige Fragen
Unsicher, welches Intervall für Ihre Geräte passt?
Wir analysieren Ihre Kalibrierhistorie und schlagen ein risikobasiertes Intervall vor.